Am 16. März 1994, vor dreißig Jahren, verloren sieben Menschen aus dem Ausland durch Brandstiftung in der Stuttgarter Altstadt ihr Leben.
Unsere Stiftung, die im Juli desselben Jahres begründet wurde, hat das Haus Geißstraße 7 wieder aufgebaut und nimmt seither darin Menschen aus aller Welt auf und gibt Veranstaltungen zu Interkultur und Stadtgesellschaft in ihrem Stiftungssaal Raum.
Das so betreute Haus ist inzwischen zu einem Brückenkopf der guten Nachbarschaft in einem einst problematischen Viertel geworden.
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Seit der Benennung eines stark vernachlässigten Platzes nach Joseph Süß Oppenheimer (JSO) im Jahr 1998 wurde von verschiedenen Seiten eine Neugestaltung des Platzes angeregt und eingefordert.
In diesem Jahr baut die Stadt Stuttgart den Platz erfreulicherweise um und errichtet eine Stätte der Erinnerung an das Justizopfer jüdischer Herkunft.
Parallel zum Platzumbau will die Stiftung Geißstraße zusammen mit vielen Stuttgarter Institutionen die Person und die Rezeption des Joseph Süß Oppenheimer erinnern.
Denn er war auch nach seiner Hinrichtung eine zentrale Projektionsfläche und Hassfigur der Antisemiten. Und der Antisemitismus ist bis heute eine Form menschenfeindlichen Denkens und Handelns.
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Die Stiftung Geißstraße befasst sich mit Erinnerung und Erinnerungskultur. Durch Publikationen und Projekte wie der Initiierung der Gedenkstätte „Zeichen der Erinnerung“ oder des Joseph-Süß-Oppenheimer-Platzes, durch Vorträge und Veranstaltungen.
Beim Nachdenken über „toxische Denkmäler“ in der Stadt sind wir auf den Künstler Fritz von Graevenitz gestoßen:
Bildender Künstler, Direktor der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bis 1938-45, familiär verbunden den Familien v. Weizsäcker und Bosch, Schöpfer zahlreicher Skulpturen im öffentlichen Raum in Stadt und Land.
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Zum dreihundertsten Geburtstag Joseph Süß Oppenheimers im Jahr 1998 legte die Stiftung Geißstraße 7 – bewusst in dieser Form – einen Einblatt-Druck zum Andenken an den in Stuttgart umgebrachten jüdischen Finanzreformer vor. Solche sensationsgierigen Einblatt-Drucke wurden anlässlich seiner Hinrichtung in Stuttgart massenweise verkauft.
Dem ersten Blatt folgten andere, die an besondere Frauen und Männer erinnern, die in Stuttgart lebten und wirkten.
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Jugendliche gestalten Ausstellungen zum Alten Waisenhaus und zur Geißstraße 7.
Im Rahmen des Projektes „If walls could talk“ also „Wenn Wände sprechen könnten“ werden die Stuttgarter historischen Orte Altes Waisenhaus und die Geißstraße 7 gemeinsam mit Jugendlichen aus Berufsschulen auf kreative Weise erschlossen.
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Es ist nicht Deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist. Es wär nur Deine Schuld, wenn sie so bleibt!
An den 30 Tagen zwischen dem 11. November bis 10. Dezember 2018 laden wir ein, durch Veranstaltungen, Vorträge, Debatten, durch künstlerische Interventionen unsere Menschenpflicht zur Stärkung der Menschenrechte wahrzunehmen.
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Die Stiftung Geißstraße möchte in Kooperation mit dem Sozialamt der Landeshauptstadt Stuttgart, dem Sozialunternehmen Neue Arbeit gGmbH, dem ADFC, dem Förderverein Kinderfreundliches Stuttgart e. V. und weiteren Projektpartnern den Flüchtlingen ihren Aufenthalt erleichtern. Wir sammelten 2014-2015 Fahrräder und geben sie in verkehrssicherem Zustand als Geste des Willkommens an die Flüchtlinge ab.
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Die Stiftung Geißstraße 7 bietet Menschen unterschiedlichster Herkunft und Lebenslagen die Möglichkeit an, befristet in den oberen Etagen ihres Hauses in der Altstadt von Stuttgart zu wohnen. Nach dem die Stiftung das durch den Brandanschlag schwer beschädigte Haus wiederaufgebaut hat, stehen heute fünf unterschiedlich große Wohnungen für Familien und Wohngemeinschaften zur Verfügung.
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Auf Initiative der Stiftung Geißstraße 7 entstand in Stuttgart an den Gleisen des Inneren Nordbahnhofs eine Gedenkstätte zur Erinnerung an die deportierten und ermordeten Juden.
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Künstlerinnen und Künstler werden gern und oft als Vorbild geehrt. Und entehrt, wenn biografische Fehltritte endlich entdeckt werden. Zu Recht, denn Antisemitismus ist kein Kavaliersdelikt, sondern Anstiftung zu Vertreibung oder gar Totschlag.
Kunst muss nie weg, Kunst ist nie böse. Aber zum Sprechen gebracht werden muss sie schon, zumal, wenn sie im öffentlichen Raum steht. Denn dieser bringt Menschen zusammen, er prägt sie aber auch – durch Benennungen, Denkmale, Kunstwerke und dergleichen.
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